Hongrie Ungarn

 
Carte
 
  • EU-Beitritt: 2004
  • Beitritt zum Europarat: 1990
  • Fläche: 93 036 km2
  • Bevölkerung: 9,88 Millionen Einwohner (2014)
  • Hauptstadt: Budapest
  • Amtssprache: Ungarisch
  • Wie klingt die ungarische Sprache? Hören Sie einen Text auf ungarisch!
  • Vorherrschende Glaubensrichtung: Katholizismus
  • Staatsform: Republik
  • Staatoberhaupt: Janos Ader Staatspräsident wiedergewählt dem 13. März 2017
  • Regierungschef: Viktor Orban, Premierminister gewählt 10. May 2014
  • Währung: Forint
  • Telefonvorwahl: + 36
  • Nationalfeiertage: 20. August: Tag des Heiligen Stephan (15. März: Märzrevolution 1848 und 23. Oktober: Volksaufstand 1956)
  • Liste der ungarischen Abgeordneten im Europäischen Parlament
 
 

Geschichte

 
Pont des chaînes
Kettenbrücke, Budapest
©Hungarian National Tourist Office
 
Trotz der Invasionen der Türken und der Fremdherrschaft durch die Habsburger, ist Ungarn das einzige Land Mitteleuropas, das seit seiner Gründung durch seinen ersten König Stephan den Heiligen im Jahr 1000 ununterbrochen bestanden hat.
 
  • 1848-1849 Der Unabhängigkeitskrieg gegen das österreichische Kaiserreich endet mit der Kapitulation der ungarischen Revolutionsarmee.
  • 1867 Österreichisch-ungarischer Ausgleich: Österreich wird zu Österreich-Ungarn.
  • 1914 Österreich-Ungarn tritt an der Seite des deutschen Kaiserreichs in den Krieg ein.
  • 1919 Admiral Horthy wird von der Nationalversammlung zum Reichsverweser ernannt.
  • 1920 Unterzeichnung des Friedensvertrags von Trianon in Versailles. Ungarn verliert 2/3 seines Staatsgebiets und die Hälfte seiner Bevölkerung.
  • 1941 Ungarn schließt sich dem Dritten Reich im Kampf gegen die UdSSR an.
  • 1944 Die Deutschen zwingen Admiral Horthy abzudanken. Die Wehrmacht besetzt Ungarn.
  • 1945 Ungarn wird von der Roten Armee befreit. Die Grenzen von Ungarn werden wieder auf den Stand von 1920 zurückgeführt.
  • 1947 Die Kommunisten kommen an die Macht.
  • 1953 Imre Nagy wird Regierungschef und setzt eine Liberalisierungspolitik um.
  • 1956 In Budapest bricht eine Revolution aus: Die Demonstranten verlangen den Austritt ihres Lands aus dem Warschauer Pakt und freie Wahlen. Die demokratischen und liberalen Bestrebungen der Ungarn werden von der Roten Armee blutig niedergeschlagen.
 
  • 1956 In Budapest bricht eine Revolution aus: Die Demonstranten verlangen den Austritt ihres Lands aus dem Warschauer Pakt und freie Wahlen. Die demokratischen und liberalen Bestrebungen der Ungarn werden von der Roten Armee blutig niedergeschlagen.
  • 1956-1988 János Kádár wird zum Ersten Sekretär der ungarischen kommunistischen Partei ernannt. Zeit der politischen Unterdrückung und der wirtschaftlichen Liberalisierung.
  • 1989 Die ungarische kommunistische Partei löst sich auf.
  • 1990 Erste freie Wahlen seit vierzig Jahren.
  • 1990 Ungarn tritt am 6. November dem Europarat bei.
  • 1999 Ungarn tritt der NATO bei.
  • 2004 Ungarn tritt am 1. Mai der EU bei.
  • 2006 Mit Premier Minister Ferenc Gyurcsány gewinnt die ungarische Sozialistische Partei (MSZP) die Parlamentswahlen.
  • 2009 Premierminister Gyurcsány tritt zurück. Der parteilose Gordon Bajnai wird am 29. März zum Premierminister ernannt.
  • 2010 Dr. Pál Schmitt (Fidesz) wird zum Staatspräsidenten gewählt, Viktor Orbán (Fidesz) wird zum Regierungschef ernannt.
  • 2011 Ungarische Präsidentschaft des EU Rates
 

Budapest

 
Bastion  des pêcheurs
Fischerbasetei, Budapest
©Hungarian National Tourist Office
Bains Gellert
Gellert-Bad, Budapest
 
Die Stadt Budapest entstand im Jahr 1873 durch die Vereinigung der Gemeinden Buda und Obuda am Westufer und der Gemeinde Pest am Ostufer der Donau. Die Stadtteile auf beiden Uferseiten sind durch neun Brücken über die Donau verbunden. Die Kettenbrücke, die älteste und imposanteste Brücke in Budapest, wurde 1848 erbaut. Die Hügel von Buda, die sich über die weite Ebene von Pest erheben, bergen zahlreiche Überreste aus dem Mittelalter, wie die alte Königsburg, Festungsanlagen oder die barocke Matthiaskirche. Von der Fischerbastei im neo-romanischen Stil eröffnet sich der schönste Rundblick über die Donau und das größte Gebäude des Landes, das Parlament. Das sehr viel jüngere Pest ist das Verwaltungs- und Geschäftszentrum der Stadt. Auf dieser Seite der Donau wurden das Parlament im neo-gotischen Stil und die größte Synagoge in Europa erbaut. Dennoch sind es wahrscheinlich die Thermen, welche die Eigentümlichkeit und den Ruf dieser Hauptstadt ausmachen; denn Budapest verzeichnet mehr als 80 Thermalquellen, die bereits von den Römern genutzt wurden, und ungefähr fünfzig Thermaleinrichtungen wie die Thermalbäder Kiraly, Gellert, Szèchenyi. Budapest steht seit 1987 auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes.
 

Die ungarische Küche

 
Paprika
Ungarische Paprika
©Hungarian National Tourist Office
 
Die ungarische Küche wird als die größte Küche in Mitteleuropa gerühmt. Das typischste Gewürz für Ungarn ist unbestritten der Paprika, der im 17. Jahrhundert von den Türken eingeführt, zunächst von den Bauern benutzt und dann zum charakteristischsten Element der ungarischen Küche wurde. Er ist in unzähligen Varianten erhältlich: Rosen, süß oder scharf. Die Ungarn würzen mit Paprika ihre traditionellen Gerichte wie das berühmte „Gulyas“ (Gulasch) -aber Achtung, es handelt sich dabei um eine Suppe und nicht um ein Ragout-, die Fischsuppe „Halászlé“ und das Geschnetzelte „Pörkölt“. Das Land hat jedoch noch andere, weniger pikante kulinarische Errungenschaften zu bieten: „Palacsinta“ (Palatschinken, d.h. Pfannkuchen) und auch Gänseleber, die häufig gebraten serviert wird. Ungarn, das wie Frankreich für seine Gastronomie große Anerkennung findet, ist ebenfalls für seine Weine berühmt, vor allem für seinen bekanntesten, den Tokajer. Ludwig XIV. sagte übrigens einmal, dieser Wein sei „der König der Weine und der Wein der Könige“. Ungarn hat heute das alleinige Recht zur Verwendung des Namens Tokajer; und so nennt sich der frühere „Tokay Pinot Gris Alsacien“, ein Wein einer anderen Rebsorte, heute nur noch „Pinot Gris“ (Grauburgunder).
 
 

Frantz Liszt

 
Liszt
Frantz Liszt
©Hungarian National Tourist Office
 
Ungarn ist ein Land von Musikern und Musikliebhabern. Zu den bekanntesten Namen gehören Franz Liszt, Béla Bartók und auch Zoltán Kodály. Franz Liszt wurde 1811 als Sohn eines Verwalters des Fürsten Esterhazy in Raiding in Ungarn geboren. Seine ersten Klavierstunden erhielt er bei seinem Vater. Das brillante Talent studierte dann in Wien bei Antonio Salieri (Komposition) und bei Karl Czerny (Klavier). Von 1823 bis 1835 vervollkomnete er seine musikalische Ausbildung in Paris, wo er Chopin, Hugo, Lamartine, Berlioz und Heine kennen lernte. Von 1839 bis 1847 unternahm er Konzertreisen in ganz Europa und erlangte eine Berühmtheit, die kein Musiker jemals vor ihm erreicht hatte. Unter dem Einfluss der russischen Fürstin Carolyn Sayn- Wittgenstein beendete er 1847 seine Konzertkarriere. Liszt arbeitete bis 1861 als Kapellmeister am Hof des Großherzogs von Sachsen- Weimar-Eisenach. Danach ließ er sich in Rom nieder und nahm die niederen geistlichen Weihen entgegen. Er starb während der Bayreuther Festspiele im Jahr 1886. Franz Liszt gründete eine Musikakademie in Budapest, wo er auch als Pianist und Dirigent unterrichtet hat. Diesem großen Kenner der ungarischen Volksmusik verdanken wir 19 Ungarische Rhapsodien.
 

Schon gewusst ...?

 
Die Erfindung von Vitamin C
Szent-Györgyi
Albert von Szent-Györgyi
© The Nobel Foundation
 
Der ungarische Biochemiker Szent-Györgyi entdeckte im Jahr 1933 das Vitamin C. Zwar waren auch in Frankreich und den Vereinigten Staaten bereits gute Fortschritte erzielt worden, aber er war der erste, der dieses Vitamin in ausreichender Menge aus Paprik isolieren konnte.
 
Die erste U-Bahn auf dem europäischen Festland
 
Métro
1896, die erste U-Bahn Budapests
©Hungarian National Tourist Office
 
In Budapest fährt ab 1896 die erste U-Bahn auf dem europäischen Kontinent – die weltweit zweitälteste nach der U-Bahn von London, die 1863 in Betrieb gegangen war.
 
Der Rubik-Würfel
Der Rubik-Würfel oder „Zauberwürfel“ wurde im Jahr 1974 von dem ungarischen Architekten Erno Rubik erfunden. In den 80-er Jahren ist die Begeisterung für dieses Spiel so groß, dass sogar eine Weltmeisterschaft ausgetragen wird.
 
Nobelpreis
Imre Kertész war der erste ungarische Schriftsteller, der 2002 den Nobelpreis für Literatur zuerkannt bekam.
 
 
 
 
 
 
Siehe auch
 
 

Foto des Monats

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Europäische Agenda


    • 26 Juni 2017

      Internationaler Tag zur Unterstützung der Folteropfer

    • Der internationale Tag zur Unterstützung der Folteropfer ist ein Gedenktag, der am 26. Juni 2016 begangen wird. Im Jahr 1997 wurde er durch die Hauptversammlung der Vereinten Nationen (UN) beschlossen. Er wird auch Tag zur Unterstützung der Opfer der Folter genannt und erinnert an die UN-Antifolterkonvention. Diese trat am 26. Juni 1987 nach Ratifizierung durch 20 Mitgliedsstaaten in Kraft.