République Tchèque Tschechische Republik

 
 
Carte
 
  • EU-Beitritt: 2004
  • Beitritt zum Europarat: 1993
  • Fläche: 78 866 km2
  • Bevölkerung: 10,51 Millionen Einwohner (2014)
  • Hauptstadt: Prag
  • Amtssprache: Tschechisch
  • Wie klingt die tschechische Sprache? Hören Sie einen Text auf tschechisch!
  • Vorherrschende Glaubensrichtung: Katholizismus
  • Staatsform: Republik
  • Staatsoberhaupt: Milos Zeman, Staatspräsident seit 26. Januar 2013
  • Regierungschef: Bohuslav Sobotka Premierminister seit 17. Januar 2014
  • Währung: Tschechische Krone
  • Telefonvorwahl: + 420
  • Nationalfeiertag: 28. Oktober
  • Liste der tschechischen Abgeordneten im Europäischen Parlament
 
 

Geschichte

 
La Maison qui Danse, Prague
Das tanzende Haus - Prag
©Tschechisches Fremdenverkehrsamt
 
Im 9. Jahrhundert bildet sich das Königreich Böhmen. Im Jahre 1526 besteigen die Habsburger den Böhmischen Thron, den sie bis 1918 ohne Unterbrechung innehaben.
 
  • 1918 Die Tschechoslowakei wird gegründet, und Tomáš Masaryk wird ihr erster Präsident.
  • 1938 Das Dritte Reich annektiert das mehrheitlich von Deutschen bewohnte Sudetenland.
  • 1945 Prag kapituliert vor der Roten Armee.
  • 1948 Staatsstreich von Prag: Die Kommunisten ergreifen ohne Parlamentsabstimmung die Macht und beherrschen das Land für insgesamt 41 Jahre.
  • 1968 Alexander Dubcek, der Erste Sekretär der Kommunistischen Partei, leitet eine Liberalisierung der Staatsordnung ein: Es beginnt der sogenannte Prager Frühling, der dem Kommunismus eine neue Chance geben sollte, indem er ihm Rückhalt im Volk geben wollte. Im August rücken russische Panzer in Prag ein, um die Regierung zu stürzen.
  • 1977 Jegliche Opposition im Land ist praktisch verschwunden, und erst mit der Veröffentlichung der Charta 77 erhebt sich die Stimme des Widerstands erneut. Dieses Dokument wird unter anderem auch von Vaclav Havel unterzeichnet.
  • 1989 Die Samtene Revolution nimmt ihren Anfang. Der Fall des kommunistischen Regimes beginnt bei einer Studentendemonstration. Ende Dezember wird Václav Havel vom Parlament zum Präsidenten der Tschechoslowakei gewählt.
  • 1993 Die Tschechoslowakei spaltet sich auf demokratischem Wege in zwei Länder – die Tschechische Republik und die Slowakei.
  • 1993 Die Tschechische Republik tritt am 30. Juni dem Europarat bei.
  • 1999 Die Tschechische Republik tritt der NATO bei.
  • 2004 Beitritt zur EU.
  • 2007 Der Präsident Vaclav Klaus ernennt nach der 7 Monate andauernden politischen Krise eine neue Regierung aus der rechten Mitte. Der Vorsitzende der liberalen Rechten (ODS) Mirek Topolanek wird Regierungschef.
  • 2009 Nach dem Rücktritt von Ministerpräsident Mirek Topolanek, auf Grund eines Misstrauensantrags im Parlament, wird Jan Fischer übergangsweise zum tschechischen Premierminister ernannt.
  • 2010 Petr Nečas wird neuer Regierungschef.
 
 

Prag

 
 
Am Ufer der Moldau gelegen, zeugen die äußerst schönen Baudenkmäler Prags -wie das kolossale Prager Schloss- von ihrer mehr als tausendjährigen Geschichte geprägt von sämtlichen Stilrichtungen der Architektur. Während der Regentschaft Karls IV. (1346-1378) wird Prag zum Erzbischofssitz erhoben und erlebt in dieser Zeit seine Blüte. Als Zentrum der Christenheit und Sitz der Könige von Böhmen staffiert sich die Stadt als Symbol dieser Macht mit zahlreichen Bauwerken aus, wie zum Beispiel dem gotischen Dom, dem alten Königspalast oder der berühmten Karlsbrücke, welche die Altstadt und das Viertel Malá Strana verbindet und die bei keiner Besichtigung fehlen darf. Weitere Bauten im Renaissance-Stil zieren das Stadtbild in Form üppiger Paläste, während die Barock-Zeit der Stadt im 17. Jahrhundert königliche Residenzen mit Kuppeln, aber auch Höfe und Parks bescherte. Kirchen und Klöster legen ebenso von dieser Epoche Zeugnis ab. Zudem zeichnet Prag sich durch sein intensives kulturelles Leben aus, denn als Heimat zahlreicher Künstler wurden die Opern von Mozart und die Konzerte von Beethoven hier vielfach aufgeführt. Alle diese Elemente haben der „Stadt der 100 Türme“ ihren Platz auf der Liste des UNESCO Weltkulturerbes beschert. Zudem hat die Europäische Union Prag zur Europäischen Kulturstadt des Jahres 2000 bestimmt.
 
 

Kristallglas

 
Cristal de bohème
Böhmisches Kristall
©Tschechisches Fremdenverkehrsamt
 
Das berühmte böhmische Kristallglas setzt seit vielen Jahren Maßstäbe. Und doch nahm die Geschichte des Kristallglas nicht in Böhmen ihren Ausgang! Die Bezeichnung „Cristallo“ wurde ursprünglich Ende des 15. Jahrhunderts in Venedig für sehr feines und durchsichtiges Glas verwendet. Im 18. Jahrhundert wurde „Böhmisches Kristall“ dann zu einem Gütezeichen für hartes und leuchtendes Glas, das sich auf den Tischen der Fürstenhäuser durchsetzte und das venezianische Kristallglas schnell verdrängte... Dennoch handelt es sich dabei immer noch nicht um das Kristallglas, von dem heutzutage in Böhmen und anderswo gesprochen wird. Nein, das Kristallglas, dessen Eigentümlichkeit in seiner Herstellung mit Blei besteht, wurde in England erfunden. In der Tschechischen Republik gibt es heutzutage mehr als 200 Kristallglas- und Glasfabriken, die den Ruhm des Böhmischen Kristalls mehren. Eine der berühmtesten Kristallglasmarken des Landes stammt aus dem Hause „Moser“, das 1857 gegründet wurde und dessen Eigentümlichkeit darin besteht, dass bei der Herstellung kein Blei verwendet wird. Doch aufgrund seiner Qualität und der Komplexität seiner chemischen Zusammensetzung, wird dieses Glas dennoch mit dem Kristallglas gleichgesetzt.
 
 

Vaclav Havel

 
Valclav Havel
Vaclav Havel
©Pajer Alan
 
Václav Havel wurde 1936 in Prag geboren. Wegen seiner Zugehörigkeit zu einer reichen Intellektuellenfamilie wird ihm eine höhere Schulbildung in einem nunmehr kommunistischen Land verwehrt. Er beginnt schließlich als Bühnenbildner am Theater und führt sein erstes eigenes Stück „Das Gartenfest“ im Jahr 1963 auf. Die Maßnahmen der tschechoslowakischen Regierung nach dem Prager Frühling zwingen ihn, die Hauptstadt zu verlassen
Vor diesem Hintergrund beginnt er, sich aktiver in der anti-kommunistischen Opposition zu engagieren. 1975 schreibt er einen offenen Brief an Präsident Husák, in dem er unverblümt dessen Regierung kritisiert. Im Januar 1977 ist er Mitbegründer der «Charta 77», einer Menschenrechtsorganisation aus tschechoslowakischen Oppositionellen, und wird daraufhin mehrfach verhaftet. Im Gefängnis schreibt er seine „Briefe an Olga“, seine Frau. Zudem veröffentlicht er drei weitere Theaterstücke, die auch im Ausland aufgeführt werden. 1989 steht Václav Havel mit dem „Bürgerforum“, in dem sich Gegner der kommunistischen Machthaber zusammengeschlossen haben, ganz vorne auf der politischen Bühne. Im selben Jahr wird er zum Präsidenten der Tschechoslowakei gewählt und dann nach der Trennung des Landes wiedergewählt. Auf diese Weise wird er der erste Präsident der Tschechischen Republik. Nach seiner Wiederwahl im Jahr 1998, stellt er sich 2003 nicht mehr zur Wahl, und widmet sich nun wieder ganz dem Schreiben.
 
 

Schon gewusst ...?

 
Die Karlsbrücke
Le Pont Charles
Karlsbrücke
©Tschechisches Fremdenverkehrsamt
 
Gemäß einer ausgeklügelten Berechnung von Astrologen wurde der Grundstein der Karlsbrücke im Jahr 1357, am 9. Juli (d.h. im 7. Monat) um 5.31 Uhr gelegt. Mit größter Genauigkeit wurde also das Horoskop des Bauwerks eingehalten, einer mathematischen Abfolge ungerader Zahlen: 1, 3, 5, 7, 9, 7, 5, 3, 1.
 
Otto Wichterle
Der tschechische Chemiker Otto Wichterle entwickelte im Jahr 1963 die ersten weichen Kontaktlinsen. Auch heute noch werden die meisten weichen Kontaktlinsen aus dem von Wichterle entwickelten Material hergestellt.
 
 
 
Siehe auch