drapeau Serbie Serbien

 
 
carte Serbie
© Europäische Kommission
 
  • Beitritt zum Europarat : 2003
  • Fläche: 88 361 km²
  • Bevölkerung: 7,15 Millionen Einwohner (2014)
  • Hauptstadt: Belgrad (Beograd)
  • Amtssprache: Serbisch
  • Religion: christlich-orthodox
  • Politisches System: Parlamentarische Republik
  • Staatschef: Tomislav Nikolic seit dem 20. Mai 2012
  • Regierungschef : Aleksandar Vucic, Premierminister seit dem 27. April 2014
  • Währung: Dinar
  • Telefonvorwahl: + 381
  • Nationalfeiertag: 15. Februar
 
 

Geschichte

 
forteresse GolubacSeit dem Jahre 500 v.Chr. haben sich die südlichen Slavenstämme in den Regionen von der Donau bis zur Adria niedergelassen. Später, bis zum 9. Jahrhundert, wurde diese Region christianisiert. Die griechischen Mönche Kyrill und Method trugen wesentlich dazu bei, dass ein religiöses Erbe in Schriftsprache, in kyrillisch, enstand. Der erste serbische Staat wurde 845 vom župan (Prinz) Vlastimir begründet. Er regierte bis zum 12. Jahrhundert in Raszien, der Region, die dem südöstlichen Serbien, dem heutigen Kosovo-Metohija und Montenegro, entspricht. 1077 errichtete Vladimir Vojisavljević das Königreich der Zeta, wo sich das heutige Montenegro befindet. Nach seinem Tod litt das Reich unter den Streitigkeiten zwischen den Prinzen. Dies erleichterte es Stefan Nemanja, serbischer König Rasziens, das Königreich Zeta zu erobern. Er regierte von 1169 bis 1196. Seine Nachfolger erweiterten das Reich bis zum Vardar und zur Donau.

Foto: Festung Golubac
© National Tourism Organisation of Serbia
 
  • 1331-1355 Goldenes Zeitlater Serbiens mit Dušan dem Großen, der sich 1346 zum Kaiser von Serben und Griechen krönen lässt, denn sein Reich umfasst auch Mazedonien und Thessalien.
  • 28. Juni 1389 Niederlage der Armee des Prinzen Lazar gegen die Türken im kosovarischen Flachland. Anfang der serbischen Gebietsverluste an die Türken.
  • Ende 14. Jahrhundert Die Dynastie Crnojević gründet einen autonomen Staat Montenegro, der aber bereits 1496 von den Türken erobert wird.
  • 1521 Belgrad wird von den Türken eingenommen. Die Serben werden ans Patriarchat von Pec angegliedert.
  • 1669 Kriege von « Kandiskij » und Autonomie von Montenegro. Serbien wird ein an die Türken zahlender Vasall um im Gegenzug politische Freiheit zu erlangen (Dynastie der Fürstbischofe).
  • 1690 Auf der Flucht vor der türkischen Gewalt wandert ein großer Teil der Serben ins österreichische Vojvodina aus.
  • 1804 Erster großer serbischer Aufstand gegen die Türken angeführt von Karageorges (Georg dem Schwarzen).
  • 1830 Autonomie Serbiens unter der Lehnsherrschaft des Sultans von Istanbul.
  • 1878 Unabhängigkeit von Serbien und von Montenegro, beschlossen auf dem Berliner Kongress.
  • 28. Juni 1914 Attentat auf den Kronprinzen von Österreich-Ungarn durch den Serben Gavrilo Princip. Österreich-Ungarn erklärt Serbien den Krieg.
 
  • Dezember 1918 Serbien und Montenegro werden Teil des Königreiches der Serben, Kroaten und Slovenen.
  • 1929 Dieses Königreich wird zu Jugoslawien unter dem König Alexander Karađorđević .
  • 27. März 1941 Putsch gegen den Regenten Paul in Belgrad. Serbien wird zur Marionettenregierung Deutschlands, Montenegro wird von Italien besetzt.
  • 1945 Gründung der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien durch Tito. Serbien und Montenegro werden zu zweien der sechs Teilrepubliken erklärt.
  • 1989 Milošević, Präsident der Republik Serbien, hebt die Autonmie der Vojdina und des Kosovo auf.
  • 1991 Unabhängigkeit Sloveniens, Koratiens und Mazedoniens.
  • 27. April 1992 Serbien und Montengero gründen die Bundesrepublik Jugoslawien.
  • Mai 1992 Resolution 757 der UNO verkündet ein Embargo gegen Jugoslawien.
  • März-April 1999 Die Nato bombardiert Jugoslawien.
  • 4. Februar 2003 Staatenbund zwischen den Republiken Serbien und Montenegro.
  • 2009 Am 22. Dezember stellt Serbien seinen Mitgliedschaftsantrag bei der EU.
 
 
 

Belgrad

 
BelgradeMit seinen 1,6 Millionen Einwohnern ist Belgrad das administrative, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Serbiens. Im Laufe der Jahrhunderte hat sich die Stadt an den Ufern der Donau und der Save geformt und umgeformt und ihr Vorzeigestück, die Festung von Kalemegdan, umschmeichelt. In Belgrad wird nach dem Prinzip des Charme und des Hedonismus gelebt. Auch wenn die Stadt nicht aus einem Bilderbuch stammt, hat sie dennoch eine unwiderstehliche Atmosphäre. Die Kultur Belgrads könnte man wohl als originelle Komposition aus der Leidenschaft des Orients und der Finesse Europas bezeichnen. Die Stadt bietet eine Fülle von gleichzeitig klassischen und modernen künstlerischen, kulturellen und architketonischen Reichtümern. In Belgrad ist eine große Zahl Museen angesiedelt wie das Museum zeitgenössischer Kunst, das Nationalmuseum, das Ethnografische Museum, die Freskengalerie oder der Palast der théâtre BelgradePrinzessin Ljubica.
Das Nachtleben der pulsierenden Hauptstadt ist eines der abwechslungsreichsten und lebhaftesten Europas, den vielfältigen Erfolg der belgradschen Kunst - eine Oper mit internationalem Renommee, Konzerte und Theater - eingeschlossen. So kann man entweder die Nacht bei einem gemütlichen Abendessen und Live-Musik im alten Belgrader Viertel Skadarlija genießen oder sich in einem der antiken Cafés und Kähne niederlassen; oder man nutzt die Stimmung der Nightclubs. Jeder wird hier seinen Lebensstil wiederfinden.

Fotos: Belgrad, Luftbild/ Theater,
© National Tourism Organisation of Serbia
 
 

Land des Sports

 
selesDie jugoslawische Sport glänzte schon immer durch ein sehr hohes Niveau. Serbien-Montenegro trägt diese Flamme seit den letzten Jahren nun weiter. Der Sport ist in der Schule ein zentrales Element und man muss nur mal an einem Sonntag ein Fussballspiel besuchen um den Kämpfergeist der Kinder und Jugendlichen zu erleben. Dieser Erfolg des Sports in Serbien-Montenegro kann durch dreier Faktoren erklärt werden. Zunächst fördern die Sportvereine die Schulkinder schon ab einem sehr jungen Alter, sodass den Kindern eine solide Ausbildung geboten werden kann. Außerdem gibt es in allen Bereichen sehr erfolgreiche Trainer. Erinnern wir uns an den Torwart von Saint-Etienne, den Serben Mostar Čurković, der jahrelang die serbische Fußballnationalmannschaft trainierte und heute im Olympischen Kommittee sitzt. Und vergessen wir auch nicht Božidar Marković, erst Trainer von Limoges und dann der Basketballnationalmannschaft. Zu guter Letzt gehört der Sport einfach zur nationalen Kultur Serbiens dazu. Man schaue nur nach den Zuschauertrauben, die sich regelmäßig im Belgrader Park Kalemegdan um die Schachbretter versammeln.
Bei dieser Sportförderung und -begeisterung ist es nicht verwunderlich, dass das Land viele Spitzensportler hervorgebracht hat. Damentennis ist hierfür ein gutes Beispiel. Die Karriere von Monika Seleš, die 1973 in Novi Sad geboren wurde, ist bemerkenswert. Mit 16 Jahren gewann sie bereits das Turnier von Roland Garros und 1991 wurde sie zur jüngsten Spielerin, die je auf Platz eins der Weltrangliste stand. Seitdem konnte sie alle Grand Slams außer Wimbledon gewinnen. Man wird sich noch lange an sie als eine fleißige und hartnäckige Spielerin erinnern: Auch ein Messerstich, den sie 1993 inmitten eines Matches erlitt, konnte sie nicht davon abhalten im nächsten Jahr wieder anzutreten. Sie gewann noch über 40 Titel.

dokicHeute wird der Staffelstab von der jungen Dame und vielsprechenden Talent Jelena Dokić übernommen. Obwohl sie 1983 in Belgrad geboren wurde, verbrachte sie einen Groteil ihres Lebens in Australien, da ihre Familie Jugoslawien verlassen musste als sie elf Jahre alt war. Ihr Durchbruch gelang ihr 2001 beim Turnier in Rom und seitdem verließ sie die Top Ten des Rankings der WTA nicht mehr. Sie ist also eine ernstzu nehmende Anwärterin auf die Grand Slam Titel der nächsten Jahre. Dort wird sie auch wieder für ihr Heimatland antreten, da sie vor zwei Jahren wieder einen serbisch-montenegrischen Pass beantragt hat.

Fotos: Monika Seleš, © monica-seles.com
Jelena Dokic, © jelena-dokic.com

 
 

Schon gewusst ...?

 
  • Đavolja varoš – Die Stadt des Teufels
ville du diableEtwa 30 Kilometer südlich von Kursumlija ist eins der erstaunlichsten geologischen Phänomene entstanden. Im Bergmassif von Radan, in der Nähe des höchsten Gipfels von 1409m Höhe, strecken sich 200 Steinformationen von 20m Höhe gen Himmel. Eigentlich von rot-brauner Farbe verändert sich ihre Farbgebung je nach Tageszeit. Es ist jedes Mal ein beeindruckendes Erlebnis diese wechselnden Farbnuancen und -schattierungen zu beobachten. Im Gegensatz zu der sie umgebenden Mondlandschaft mit einer wüstenartigen Vegetation erstaunen uns diese Formationen mit einer rundherum aufblühenden, dichten und grünen Natur. Die Mineralquellen am Fuße dieser geologischen Pyramiden haben eine besonders hohe Säurehaltigkeit (PH-Wert 1,5) und sind sehr reich an Mineralien (15gr/l; der Gehalt ist sogar 1 000 Mal höher als in normalem Trinkwasser).

© National Tourism Organisation of Serbia

  • Lepenski Vir
Auf der archäologischen Anlage von Lepenski Vir wurden architektonische Überreste gefunden, die der Periode zwischen 6 500 und 5 500 v.Chr. zugeordnet werden. Entdeckt wurde ein Dorf bestehend aus hunderten von Häusern. Auch aus Knochen hergestellte Messer und Waffen können im zugehörigen Museum der archäologischen Grabstätte bestaunt werden. Dies sind jedoch nur Kopien, da sich die Originale im Nationalmuseum in Belgrad befinden. Lepenski Vir ist eine der ältesten Stätten der Jungsteinzeit Europas.
 
 
Quellentexte:
Geschichte
http://www.visite-serbie.com/A-propos-de-la-Serbie/Histoire/Chronologie-historique.3.135.htm
Land des Sports
http://www.visite-serbie.com/A-propos-de-la-Serbie/Sport/Une-vie-sportive-intense.3.147.htm
Stadt des Teufels
http://www.visite-serbie.com/Tourisme-en-Serbie/Search.3.288.htm
und National Tourism Organisation of Serbia (traductions de l'anglais)
 
 
 
Siehe auch