drapeau Moldavie Republik Moldau/ Moldawien

 
 
carte Moldavie
© Europäische Kommission
 
  • Beitritt zum Europarat : 1995
  • Fläche : 33 700 km²
  • Bevölkerung : 3,56 Millionen Einwohner (2014)
  • Hauptstadt : Chişinău
  • Amtssprache : Moldauisch (Rumänisch)
  • Religion : christlich-orthodox
  • Staatsform: Parlamentarische Republik
  • Staatschef : Igor Dodon präsident seit Dezember 2016
  • Regierungschef : Pavel Filip (Premierminister) seit dem 20. Januar 2016
  • Währung : Moldauischer Leu (MDL)
  • Telefonvorwahl : + 373
  • Nationalfeiertag: 27. August
 

Geschichte

 
histoire

Umschlossen von Russland und Ungarn ist Moldawien Erbe des alten Fürstentums von Moldawien (1359-1859). Dies zersplitterte in drei Teile: Die moldawische Region Rumäniens, der Republik von Moldawien und der Ukraine. Die heutige Republik wird deshalb um Verwechslungen zu vermeiden auch Republik Moldau genannt und grenzt sich so auch von der historischen rumänischen Region ab. Die Republik Moldau umfasst heute auch Bessarabien im südöstlichen Teil des Landes. Im Laufe des 19. Jahrhunderts hat sich das Fürstentum Moldawiens mit dem Fürstentum Walachei zusammen geschlossen und bildete nun Rumänien. Seit der Unabhängigkeit der Republik Moldau wird das politische Leben von der Opposition zwischen den Kommunisten und den pro-europäischen Politikern beherrscht.

© Botschaft Moldawiens in Paris
 
  • Dezember 1917 Unabhängigkeit der Demokratischen Republik Moldawien
  • März-August 1944 Die UdSSR nimmt das Gebiet wieder ein. Dadurch werden 120 000 rumänischstämmige Menschen deportiert, die verdächtigt wurden zwischen September 1944 und Mai 1945 kollaboriert zu haben.
  • 1985-91 Inanspruchnahme einer eigenen rumänischen Identität während der Perestroika, die sich in der Rückkehr zum lateinischen Alphabet und der Wiedereinführung des Rumänischen als Amtssprache neben dem Russischen niederschlägt.
  • 27. August 1991 Unabhängigkeit der Republik Moldau, die sofort von Rumänien anerkannt wird.
  • Dezember 1991 Die Transnistrische Moldauische Republik, genannt Transnistrien, erklärt seine Unabhängigkeit gegenüber Chisinau, aber sie wird nicht von der internationalen Gemeinschaft anerkannt. Sie möchte Teil Russlands oder der Ukraine werden.
 
  • 1992 Heftige Kämpfe in Transnistrien, das stark von russischstämmigen Separatisten bevölkert ist.
  • 1994 Ablehnung der vorgesehenen politischen Vereinigung mit Rumänien per Volksentscheid. Dadurch wird Moldawien weder Mitglied der NATO noch der UNO. Druck von russischer Seite war entscheidend. Beitritt zur Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS).
  • 1995 Partnerland der Frankophonie.
  • 1996 Gründung der Sichheitsallianz GUAM (Organisation für Demokratie und Entwicklung) mit Georgien, der Ukraine und Aserbaidschan.
  • 2007 Gründungsmitglied des Mitteleuropäischen Freihandelsabkommens. Empfänger der Europäischen Nachbarschaftpolitik der EU.
  • 2011 Abschluss der Verhandlungen mit der EU zum Schutz der geografischen Gegebenheiten.
  • 2014 Die Bereitstellung eines Assozierungsabkommen, beinhaltet eine freie Austauschzone und die Liberalisation von Visa für Kurzaufenthalte.
 

Chisinau

 
ChisinauDie Stadt Chisinau (Chişinău) ist das administrative, wissenschaftliche, ökonomische, kulturelle und touristische Zentrum des Landes. Sprachwissenschaftlern zufolge bedeutet ihr Name "Wasserquelle" angesichts der zwei Flüsse, Bîc und Işnovăţ, die sie durchqueren. Aufgrund der weißen Steinhäuser, die von den grünen Hügeln des Gebiets umgeben werden, wird Chisinau oft auch "weiße Stadt, die im grünen Meer badet" genannt. Mit ihren breiten Alleen und von Blumen überquellenden Plätzen gibt Chisinau ein sehr schönes Bild ab.
Das historische Zentrum der moldawischen Hauptstadt umfasst etwa 700 Gebäude, die aus dem 19. Jahrhundert stammen und als abgeschlossene Viertel konzipiert gebaut worden sind. Dazu gehören auch 18 alte Kirchen unter ihnen die Kirche der Geburt des Herrn mitten im Stadtzentrum.
Seit 1919 wurde Chisinau mehrmals acrchitektonisch umgestaltet, aufgrund von wechselnden Regierungen, Kriegen und Erdbeben, aber vor allem aufgrund einer intensiven Stadtenwicklungspolitik. Auch wenn die sowjetische Baukunst in den 70er Jahren dominierte, so sind die meisten Bauten von westlichen Modellen geprägt. Sie sind vor allem für die Wirtschaftselite wie Banken und Handelszentren gedacht.

© Botschaft Moldawiens in Paris
 

Die Stickerei

 
broderie1Die Texte vom griechischen Philosophen Herodot, die die Tradition der Thraces ihre Kleidung mit Stickereien zu verzieren bereits erwähnen, lassen uns denken, dass dies die älteste Tradition Moldawiens sein muss. Tatsächlich kam das Sticken aber erst in der Zeit des Mittelalters richtig in Mode. Vor allem im Winter, wenn auf dem Feld nicht viel zu tun war, widmeten sich die Frauen der Stickerei. So wurde es zu einer populären Kunst Kleidungsstücke aus feinen Stoffen, Leinen oder Flachs mit Stickereien zu versehen und sogar die Innenausstattung der Häuser konnte sich dieser Mode nicht entziehen. Auch wenn die Textilindustrie den Großteil übernommen hat, so entwickelt sich die Stickerei stetig weiter und es entstehen weiterhin richtige Meisterwerke dieser Kunst. Es ist fast unnötig zu erwähnen, dass die traditionellen moldawischen Trachten aus Flachs oder Hanf diese altüberlieferte Tradition wiederspiegeln.

© moldavie.fr
 

Architektonische Tradition : Ländliche Architektur

 
architecture ruraleDie ländliche Architektur bietet einen sehr urigen Anblick, da die Häuser anscheinend willkürlich nebeneinander gebaut worden sind. In Wirklichkeit jedoch verbirgt sich hinter ihren Mauern eine ideal an das Gelände, an die öffentlichen Straßen und an das Leben der Einwohner angepasste Struktur. So bietet eben jedes Dorf seine eigene Optik.
Seit dem 17. - 18. Jahrhundert entstand auf dem Land die Tradition einstöckige Häuser mit einer Terrasse zu bauen. Diese Häuser bestehen aus drei Zimmern: Der Eingangsbereich, das von allen geteilte Schlafzimmer, das auch als Esszimmer diente, und die "casa mare", der Gemeinschaftsraum, wo Gäste empfangen werden können. Komplettiert wird diese Wohnfläche durch die anschließende Terrasse. Das gesamte Haus wurde auf einem Steinfundament gebaut, das als Stütze für die Säulen diente, die das Dach trugen.
Später wurde dieses ländliche Haus oft von Häusern eher bürgerlichen Charakters abgelöst, die fast schon Herrenhäusern glichen. Diese wurden mit Steinen, Ziegelsteinen oder auch aus Holz erbaut. Die moldawische Identität des Häuserbaus wurde in den 70er bis 80er-Jahren jedoch von den neuen Komplexen der Agrarindustrie stark verändert.
Nach alter Tradition soll sich jedes junge Paar im Dorf ein eigenes Haus bauen, das oft der eigenen Vorstellungskraft entspringt. So tragen sie dazu bei diese architektonisch beeindruckende Landschaft beizubehalten.

Foto: Moldawisches Landhaus
© Museum des Dorfes in Bukarest

 

Schon gewusst ...?

 
  • Ein Grenzgebiet zwischen Slaven und Romanen
Die Republik Moldau ist die einzige der Ex-Sowjetrepubliken dessen Amtssprache lateinischer Herkunft ist. Tatsächlich ist Moldauisch nichts anderes als Rumänisch, eine östliche romanische Sprache, die direkt vom Lateinischen abstammt. Seit dem Scheitern der Vereinigung mit Rumänien 1994 bestehen aber die kommunistischen Regierungen und Abgeordneten trotz allem darauf, dass Moldauisch eine eigene Sprache darstellt. Dies blieb nicht ohne Folgen auf das Miteinander der verschiedenen Völker Moldawiens: der Slaven (Russen, Ukrainer, Polen, Bulgaren etc.) auf der einen und den Romanen (Rumänen und Moldawier) auf der anderen Seite.

  • Die "Komischen" aus dem Norden
saviez vous...Dorf Pocrovca im Distrikt von Donduşeni legt eine außergewöhnliche Besonderheit an den Tag: Kein einziger Einwohner ist ins Ausland gegangen und jeder, der zum Studium oder Ausbildung in eine andere Stadt gegangen ist, ist in sein Heimatdorf zurückgekehrt. Dort ist quasi ein jeder gezwungen einen anderen Dorfbewohner zu heiraten, soll die alte Tradition erhalten werden.
Erzählungen nach hatten sich 1820 17 Familien an diesen Ort zurückgezogen, da sie wegen ihrer religiösen Überzeugungen verfolgt wurden. Sie hofften dort Unterschlupf und ein Stückchen Erde zu finden.
Die Verwaltung diese Dorfes erinnert ein bisschen an alte religöse Traditionen, nach denen die Macht nicht an eine einzige Person gegeben, sondern unter mehreren aufgeteilt werden sollte. So hat der Bürgermeister des Dorfes fast gar nichts zu sagen im Gegensatz zum Ortsrat bestehend aus 20 alten Weisen, der alle wichtigen Entscheidungen fällt. Das Zusammenleben in Pocrovca ist sehr von Solidarität und Hilfsbereitschaft geprägt.
 
Quellentexte:
moldavie.fr
Botschaft Moldawiens, Paris
 
 
 
 
Siehe auch