Malte Malta

 
Malte
 
  • EU-Beitritt: 2004
  • Beitritt zum Europarat: 1965
  • Fläche: 316 km2
  • Bevölkerung: 425 384 Einwohner (2014)
  • Hauptstadt: Valetta
  • Amtssprachen: Maltesisch, Englisch
  • Wie klingt die maltesische Sprache? Hören Sie einen Text auf maltesisch!
  • Vorherrschende Glaubensrichtung: Katholizismus
  • Staatsform: Republik
  • Staatsoberhaupt: Maris-Louise Coleiro Preca, Staatspräsident (die maltesischen Präsidenten müssen parteineutral sein)
  • Regierungschef: Joseph Muscat, Premierminister
  • Währung: Malta hat am 1. Januar 2008 den Euro eingeführt
  • Telefonvorwahl: + 356
  • Nationalfeiertag: 21. September, Unabhängigkeitstag
  • Liste der maltesischen Abgeordneten im Europäischen Parlament
 
 

Geschichte

 
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Maltesisches Fremdenverkehrsamt
 
Malta, strategisch günstig gelegenes Drehkreuz zwischen Europa und Afrika im Herzen des Mittelmeers, wird 1799 von den Briten besetzt und 1814 offiziell eine Kolonie des Britischen Empire.
 
  • 1849 Die Kolonialbehörden verkünden eine Verfassung, mit der ein parlamentarisches System nach angelsächsischem Vorbild errichtet wird, das nach und nach zu einer maltesischen Selbstverwaltung führt. Aus diesen Erfahrungen mit der Macht gehen die beiden großen politischen Kräfte des Landes, die nationalistische Partei und die Arbeiterpartei, hervor.
  • 1962 Bei den Wahlen erhalten die Parteien, die für die Unabhängigkeit eintreten, die Mehrheit, woraufhin eine Konferenz für die Unabhängigkeit einberufen wird.
  • 1964 Nach einer Volksabstimmung wird die Unabhängigkeit durch Großbritannien gewährt. Malta wird eine konstitutionelle Monarchie.
  • 1965 Am 29. April tritt Malta dem Europarat bei.
  • 1974 Die Verfassung wird teilweise abgeändert, und Malta ist nun eine Republik. Anthony Mamo wird der erste Präsident der Republik.
  • 1979 Die ersten britischen Streitkräfte rücken von der Insel ab. Malta bekräftigt seinen Status als unabhängiger und neutraler Staat, der sich jegliche ausländische Einmischung verbittet.
 
  • 1990 Antrag auf Beitritt in die Europäische Gemeinschaft auf Initiative der Nationalistischen Partei (Mitte-Rechts, pro-europäisch), die zu der Zeit an der Macht ist.
  • 1996 Die Arbeiterpartei kommt an die Macht und beschließt, die Beitrittspläne auf Eis zu legen.
  • 1998 Die Nationalistische Partei gewinnt die Wahlen und reaktiviert die Bemühungen der Insel um einen Beitritt zur Europäischen Union.
  • 2000 Die Europäische Union eröffnet die Verhandlungen mit Malta.
  • 2003 Die Nationalistische Partei wird wiedergewählt.
  • 2004 Beitritt zur EU.
  • 2008 Malta führt den Euro ein.
  • 2008 Die nationalistische Partei; die seit 1987 fast durchgängig an der Macht ist (außer im Zeitraum von 1996 – 1998), gewinnt die Parlamentswahlen. Lawrence Gonzi bleibt weiterhin im Amt des Premierministers.
  • 2009 George Abela wird zum Staatspräsidenten ernannt.
 
 

Valetta

 
La Valette
Valetta
Maltesisches Fremdenverkehrsamt
 
Valletta, die Hauptstadt von Malta, liegt auf einem Felssporn an der Nordostküste der Hauptinsel, und ist mit nur 7.100 Einwohnern bei weitem nicht die am dichtesten besiedelte Stadt des Archipels. Allerdings steht die Geschichte Maltas in engem Zusammenhang mit derjenigen von Valletta. Die Stadt wurde 1565 von Jean Parisot de La Valette, einem der Großmeister des Malteserordens, gegründet, um die Verteidigungsanlagen der Insel gegenüber dem immer bedrohlicheren muslimischen Einfluss im Mittelmeerraum zu verstärken. Und doch kam es für ihn nicht in Frage, nur eine nüchterne Festung zu bauen. Er lässt eine Stadt „für Edelleute von Edelleuten“ erbauen, und die Festungsstadt wird rasch zu einer der schönsten Barockstädte in Südeuropa. Das in weiten Teilen gut erhaltene Valletta verzeichnet zahlreiche Baudenkmäler wie den Palast des Großmeisters, die Johanneskathedrale und auch das wunderbare Hospital der Ordensritter, die Sacra Infirmeria. Mit seinem Manoel-Theater aus der Ära der Tempelritter und den zahlreichen Museen ist Valletta auch ein bedeutender kultureller Anziehungspunkt, an dem regelmäßig Festivals wie im Sommer das der Kunst gewidmete „Maltafest“ stattfinden.
 
 

Die Megalith-Tempel

 
Mégalithes
Die Megalith-Tempel
Maltesisches Fremdenverkehrsamt
 
Bei der Entdeckung von Malta im Jahr 1785 soll der Archäologe Brochtorff gesagt haben, in Malta fände der Ausdruck „ein Glaube, mit dem sich Berge versetzen lässt“ am meisten Berechtigung, denn in Malta sind ungefähr dreißig spektakuläre Megalithen-Stätten zu bestaunen. Diese Tempel sollen zwischen 5000 und 2000 v. Chr. errichtet worden sein, das heißt noch lange vor den Pyramiden von Gizeh (um 2800 v. Chr.), und gehören insgesamt zu den allerersten Steintempeln, die auf der Welt errichtet wurden. Die Steinbrocken wiegen häufig mehrere Tonnen, und einige davon sind bis zu 6 m hoch. Das Hypogäum (unterirdischer Tempel) von Hal Saflieni ist eines der erstaunlichsten prähistorischen Bauwerke der Erde: Seine Räume liegen 12 m unter der Erdoberfläche, und Archäologen haben hier viele menschliche Gebeine, Steinaltare und die Statuette einer Göttin entdeckt, was beweist, dass es sich zugleich um eine Grabstätte und eine Kultstätte handelte. Über die Baumeister dieser Tempel ist wenig bekannt, nur, dass sie aus Sizilien kamen und rudimentäre Werkzeuge wie grob zugehauenen Feuerstein und Holzwerkzeug benutzten. Ein jedes dieser Baudenkmäler hat sicherlich mehrere Jahrzehnte bis zu seiner Vollendung gebraucht!
 
 

Der Malteserorden

 
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Der Malteserorden
Maltesisches Fremdenverkehrsamt
 
Der Malteserorden entstand aus dem Ritterlichen Orden St. Johannis vom Spital zu Jerusalem, der während des ersten Kreuzzugs 1113 zur Pflege von Pilgern in der Heiligen Stadt gegründet wurde. Der Auftrag der Spitalbruderschaft wurde später auf den Schutz der Christen im Orient vor der Bedrohung durch die Muslime ausgeweitet, und Ritter aus dem ganzen christlichen Europa beteiligten sich an dieser Aufgabe. Sie wählten ein weißes Habit mit dem berühmten und überall bekannten Kreuz, das mittlerweile nur noch Malteserkreuz genannt wird. Die Flagge von Malta, in Rot und Weiß mit einem Balkenkreuz, soll im Übrigen die älteste Flagge der Welt sein. Seit dem Jahr 1530, als Karl V. die Insel den Rittern zu Lehen gab, wählten diese Malta zu ihrem Sitz, und der Orden trug nunmehr den Namen Malteserorden. Die Ritter verteidigten das Abendland gegen die Ottomanen, die sie bei der Belagerung Vallettas 1565 siegreich zurückschlugen, und zwei Jahrhunderte lang schützte die Flotte der Malteser christliche Kaufleute im Mittelmeerraum. Der Orden errichtete ebenfalls beeindruckende Bauwerke auf der Insel wie Paläste und Festungsanlagen und verstand es, Malta bis ins 18. Jahrhundert zu einer wichtigen Drehscheibe des Mittelmeerhandels zu machen. Bis zur Einnahme der Insel durch Napoleon Bonaparte im Jahr 1798, blieb der Orden auf Malta. Seit damals hat der Malteserorden nun seinen Sitz in Rom. Er zählt derzeit insgesamt 11.500 Mitglieder und mehr als eine Million Partner. Im Rahmen seines Malteser Hilfsdiensts ist der Orden auch heute noch mit Krankenhäusern und Krankenwagen sehr aktiv.
 
 

Schon gewusst ...?

 
Odyssee und die Insel Gozo
Gozo
Die Insel Gozo
Maltesisches Fremdenverkehrsamt
 
Der Odyssee von Homer zufolge ist die Insel Gozo der Ort, an dem der griechische Held Odysseus 7 Jahre lang von der Nymphe Calypso gefangen gehalten wurde.
 
Linksverkehr
In Malta gilt Linksverkehr (ein britisches Erbe), und die zulässige Höchstgeschwindigkeit beträgt 80 km/h auf Überlandstraßen und 40 km/h innerhalb von Ortschaften!
 
Schach
In einem maltesischen Schachspiel trägt die Königin keine Krone.
 
 
 
Siehe auch
 
 

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Europäische Agenda


    • 26 Juni 2017

      Internationaler Tag zur Unterstützung der Folteropfer

    • Der internationale Tag zur Unterstützung der Folteropfer ist ein Gedenktag, der am 26. Juni 2016 begangen wird. Im Jahr 1997 wurde er durch die Hauptversammlung der Vereinten Nationen (UN) beschlossen. Er wird auch Tag zur Unterstützung der Opfer der Folter genannt und erinnert an die UN-Antifolterkonvention. Diese trat am 26. Juni 1987 nach Ratifizierung durch 20 Mitgliedsstaaten in Kraft.