Lituanie Litauen

 
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  • EU-Beitritt: 2004
  • Beitritt zum Europarat: 1993
  • Fläche: 65 300 km2
  • Bevölkerung: 2,94 Millionen Einwohner (2014)
  • Hauptstadt: Vilnius
  • Amtssprache: Litauisch
  • Wie klingt die litauische Sprache? Hören Sie einen Text auf litauisch!
  • Vorherrschende Glaubensrichtung: Katholizismus
  • Staatsform: Republik
  • Staatsoberhaupt: Dalia Grybauskaite wird neu gewählte Präsident der Republik Litauen 25. Mai 2014
  • Regierungschef: Saulius Skvernelis, der neue litauische Premierminister seit dem 22. November 2016
  • Währung: Litas
  • Telefonvorwahl: + 370
  • Nationalfeiertag: 16. Februar
  • Liste der litauischen Abgeordneten im Europäischen Parlament
 

Geschichte

 
Université de Vilnius
Universität von Vilnius
©Lithuanian State Department of Tourism
 
Die litauische Geschichte ist geprägt von einem starken Streben nach nationaler Unabhängigkeit und dem Bekenntnis zur litauischen Kultur, angesichts ausländischer Mächte, bei denen die Region mit ihrer strategisch günstigen Lage an der Ostsee, starke Begehrlichkeiten weckte. Der im 13. Jahrhundert gegründete Staat Litauen beginnt seine territoriale Expansion ab dem 14. Jahrhundert – einer Epoche, in der das Land eines der mächtigsten in Mitteleuropa ist. Nach der Eingliederung in das Königreich Polen im Jahr 1569 muss sich Litauen gegen die aufeinanderfolgenden Angriffe seiner Nachbarn wehren und Kriege führen, die das Land bis zur Annexion durch das russische Zarenreich 1795 beträchtlich schwächen. Das 20. Jahrhundert lässt sich folglich als unablässigen Kampf zur Wiedergewinnung der verlorenen Unabhängigkeit bezeichnen.
 
  • 1915 Deutschland besetzt das Land während des Ersten Weltkriegs.
  • 1918 Litauen ruft seine Unabhängigkeit aus. Diese wird von Russland erst 1920, nach einem zweijährigen Unabhängigkeitskrieg anerkannt.
  • 1940 Einfall der sowjetischen Truppen im Zuge des Zweiten Weltkriegs. Litauen wird zu einer Teilrepublik der UdSSR. Diese Zeit wird drei Jahre lang durch deutsche Besatzung unterbrochen.
  • 1988 Die von Gorbatschow eingeleiteten Reformen (Glasnost-Politik) in der Sowjetunion ermöglichen ein Erwachen des litauischen Nationalgefühls. Die Sajudis- Bewegung leitet den Kampf um die Unabhängigkeit ein.
  • 1991 Die Unabhängigkeit Litauens wird ausgerufen.
 
  • 2004 Beitritt zur NATO und zur EU.
  • 2004 Die scheidende Linksregierung schließt mit der Arbeiterpartei des russischstämmigen Milliardärs Viktor Uspaskich, die die Parlamentswahlen im Oktober gewonnen hat, eine Koalitionsvereinbarung ab. Der ehemalige Premierminister Algirdas Brazauskas leitet die neue Koalitionsregierung.
  • 2006 Nach einer Regierungskrise und dem Rücktritt der Arbeiterpartei aus der Koalition wird Gediminas Kirkilas (sozialdemokratische Partei) zum Premierminister ernannt.
  • 2008 Der Konservative Andrius Kubilius gewinnt die Wahlen und wird Chef einer Koalitionsregierung.
  • 2009 Dalia Grybauskaitė wird zur Präsidentin ernannt.
 
 

Wilna (litauisch: Vilnius)

 
Vilnius
Blick auf Vilnius
©Lithuanian State Department of Tourism
 
Die Hauptstadt Wilna liegt im Südosten von Litauen, nahe der Grenze zu Weißrussland und Polen, und ist ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt. Hier befinden sich die wichtigsten Institutionen, wie beispielsweise das Staatsparlament „Seimas“. Die Geschichte der Stadt reicht bis ins 10. Jahrhundert zurück und legt von den politischen Wirren in der Region Zeugnis ab: Die Hauptstadt Litauens war im 16. Jahrhundert polnisch, im 18. Jahrhundert russisch und wurde dann im 20. Jahrhundert zuerst von Deutschland, dann von Polen und schließlich von der UdSSR besetzt. Sie ist ein religiöses Zentrum (Sitz des katholischen Erzbischofs), aber auch ein kultureller und künstlerischer Anziehungspunkt. Bereits seit 1579 besteht hier eine von den Jesuiten gegründete Universität, die in der ganzen Welt einen guten Ruf genießt. Die Altstadt besticht durch zahlreiche architektonische Schätze wie die Kathedrale Sankt Stanislaus (14. Jahrhundert), die barocke St.- Peter-und-Paul-Kirche und zahlreiche Gotik- und Renaissance-Gebäude. Aufgrund dieses vielfältigen architektonischen Erbes wurde die Stadt 1994 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen.
 

Bernstein

 
Ambre
Das Licht der Welt: Bernstein
 
An der litauischen Ostseeküste findet sich das sogenannte „Licht der Welt“ oder auch das „Gold des Nordens“ – der Bernstein. Vor 30 Mio. Jahren bedeckte das Meer die Nadelwälder des Baltikums. Aus dem Harz, das in seinem Lauf Insekten und Pflanzenelemente und so eine ferne Vergangenheit eingeschlossen hatte, entstand durch Versteinerung nach vielen Millionen Jahren der kostbare Bernstein. Er stellt für die Küste des Baltikums einen wahren Schatz dar – und ein wertvolles Erbe für Litauen, das während der vergangenen Jahrhunderte der Ausgangspunkt zahlreicher Bernsteinstraßen durch Polen und Deutschland bis hin zum Mittelmeer und mitunter sogar bis nach China war. Die Litauer wurden zu Meistern in der Bernsteinkunst und fertigen insbesondere wunderschöne Schmuckstücke an. Das größte Bernsteinmuseum befindet sich im litauischen Palanga, wo in einer ständigen Ausstellung knapp 4.500 Bernstein-Exponate ausgestellt werden. Mehr als 7 Mio. Besucher haben das Palanga-Museum bereits besichtigt, was Bände spricht über die Faszination, die der Bernstein auch heute noch auf die Menschen ausübt.
 

Der Storch

 
Cigogne
©Dumoulin/Région Alsace, Storch
 
Nein, das Elsass ist nicht die einzige Lieblingsgefilde des Storchs in Europa! Der in Litauen heimische Weißstorch ist ein weithin bewunderter und geschützter Vogel. Dieses Prachtstück des litauischen Ökosystems liebt die Feuchtgebiete, die 3.000 Seen und 700 Wasserläufe der Baltenrepublik. Er schwingt sich auf seinen Flügeln mit einer Spannweite von bis zu zwei Metern in den litauischen Himmel oder lässt sich entlang der kleinen Landstraßen bestaunen. Während der relativ kalten Winter zieht er nach Mittel- und Südafrika, kommt dann im Sommer aber wieder zurück auf die Dächer der zahlreichen Kirchen in Litauen, wo die größte Dichte an Storchenpaaren in ganz Europa gemessen wird. Ein altes litauisches Sprichwort besagt, dass man dort, wo es ein Storchennest gibt, zwangsläufig rechtschaffene Leute findet: Und so ist der Storch das Wahrzeichen und seit 1973 Nationalvogel Litauens.
 

Schon gewusst ...?

 
Die Zugvögel
15 Millionen Zugvögel machen jährlich auf der Halbinsel Kurland an der litauischen Ostseeküste Rast.
 
Das Alphabet
Das Litauische, eine der archaischsten Sprachen aus der Indoeuropäischen Sprachfamilie, ist mit seinem Alphabet mit 32 Buchstaben, seinen 7 Fällen und 5 Deklinationsgruppen eine wahre Sprachperle.
 
Der Kreuzhügel
Auf dem Kreuzhügel in der Mitte des Landes erheben sich Eisen- und Holzkreuze aller Größen als Erinnerung an die zahlreichen Verfolgungen, welche die Katholiken zuerst unter dem Zaren- und dann unter dem Sowjetregime erleiden mussten. Dieser Ort wurde im Laufe der Zeit zu einem Symbol des nationalen Widerstands.
 
 
 
 
Siehe auch