Der Eurodistrikt Straßburg-Ortenau

Ein "Europäisches Labor" für die
europäische Integration

 

Eurodistrict

Die Initiative zur Gründung eines Eurodistriktes ist vom Ministerpräsidenten der Französischen Republik, Jacques Chirac, und dem Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, Gerhard Schröder, am 22. Januar 2003, dem 40. Jahrestags des Elysée Vertrags, ins Leben gerufen worden. Die Idee war „die Schaffung eines Eurodistrikts Straßburg-Kehl mit guter Verkehrsanbindung, um neue Formen der Kooperation zu erforschen und europäische Institutionen aufzunehmen“.(*)

Am 17. Oktober 2005 wurde der Vertrag über die Gründung des Eurodistrikts Straßburg-Ortenau unterschrieben. Der Eurodistrikt besteht aus dem Gebiet des Verwaltungsbezirks Ortenau (Ortenaukreis) und dem Gebiet der Stadtgemeinschaft Straßburg (CUS), er umfasst 79 Kommunen und ca. 860.000 Einwohner. Die aktuellen politischen Sprecher des Eurodistrikts Straßburg-Ortenau sind: Roland Ries, Bürgermeister der Stadt Straßburg, und Günther Petry, Bürgermeister der Stadt Kehl.

Das Ziel der Vereinbarung über die Gründung des Eurodistrikts ist es, „einen besonderen Raum [zu] schaffen für die innovative Erprobung und Anwendung der Gemeinschaftspolitik auf dem Feld der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. “Für die Zukunft strebt der Eurodistrikt geteilt in Ortenaukreis und CUS eine gemeinsame „nachhaltige Entwicklung einer europäischen Metropole mit rund einer Million Einwohnern“ an.


Unter den geplanten Projekten im Rahmen des Eurodistrikts sind zum Beispiel folgende aufgeführt:

  • Harmonisierung des Schienennetzes (TGV-ICE)
  • Verbesserungen im Nahverkehr (z.B. die Straßenbahnverbindung über den Rhein)
  • Intensivierung der Zusammenarbeit im Bereich der Öffentlichen Sicherheit sowie der polizeilichen Kooperation.
  • Verstärkung der Zusammenarbeit im Bereich Umwelt (z.B. Lärmbelastung, kommunale Verwaltung der Abfallbeseitigung etc.)
  • Entwicklung/Erweiterung der Zusammenarbeit der Rettungsdienste
  • Förderung der Zweisprachigkeit durch Sprachunterricht und Schulpartnerschaften.


Viele öffentliche Großveranstaltungen wie das „Europäische Picknick“, der „Fahrradtag“ oder weitere regelmäßige Foren wie „Perspektivenwechsel“ ziehen schon jetzt viele Bürger an. Alle Veranstaltungen werden zudem auf den Internetplattform des Eurodistrikts unter www.eurodistrict.eu in deutscher und französischer Sprache veröffentlicht.

Am 17. Mai 2009 wurde im Zwei-Ufer-Garten das "Europäische Picknick" organisiert. Roland Ries und Günther Petry verlasen dabei eine Grundsatzerklärung, in der sie mit einem feierlichen Schwur die enge deutsch-französische Zusammenarbeit im Eurodistrikt bekräftigten. Der Eurodistrikt solle noch vor Ende des Jahres 2009 in die Rechtsform einer GECT -einen Europäischen Zweckverband- umgewandelt werden. Roland Ries, der Bürgermeister von Straßburg erinnerte in seiner Rede an die Wichtigkeit der Gründung einer GECT: Durch diese Rechtsform erhielte der Eurodistrikt nicht nur politisches Gewicht, sondern, so führte Ries weiter aus, könnten auch europäische Fördergelder beansprucht werden und die Planung von Projekten sowie deren Umsetzung würden vereinfacht werden. Weiterhin verpflichteten sich die beiden Bürgermeister im Zwei-Ufer-Garten dazu, dass der Eurodistrikt zu einem „Europäischen Labor“ werde, in dem die europäische Integration erlebbar und praktizierbar würde, so dass der Rhein nicht mehr als Grenze zwischen zwei Ländern wahrgenommen werde, sondern als ein Ort der Integration...


Lesen Sie das Interview mit der Eurodistriktreferentin beim Landratsamt Ortenaukreis, Frau Pascale Simon-Studer...



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*Alle Zitate stammen aus dem

Vertrag über die Gründung des Eurodistrikts Straßburg-Ortenau vom 17.10.2005



 

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