Entdeckungstour "Künstlerisches Europa"

 
Das Straßburger Europaviertel besitzt einen sowohl künstlerisch als auch architektonisch großen Reichtum, der vielen jedoch unbekannt ist. Nur wenige wissen, dass sich im Eurodistrikt ein Teil der Berliner Mauer befindet oder dass dort eine Statue von der Prinzessin Europa steht, die auf dem Rücken von Zeus in Gestalt des Stiers sitzt. Begeben Sie sich auf eine Entdeckungstour durch das Europaviertel um dessen Kunstsammlung zu bewundern: Vom Europapalast über den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte bis zum Europäischen Parlament.
 
 
 

Rund um den Europapalast

 
Erste Station: Der Europapalast, der den Europarat beherbergt. Dieses Gebäude, das sich über 64 000 m² erstreckt, wurde 1977 eingeweiht. Es wurde vom Architekten Henry Bernard entworfen.
 
 
Dalle aux victimes de la faim
Am Fuße der Haupttreppe, die zum Europapalast führt, könnene Sie den Gedenkstein "Aux victimes de la faim" (Für die Opfer der Armut) betrachten. Dieser Gedenkstein aus weißem Marmor wurde dem Europarat 1987 von der Nichtregierungsorganisation ATD Fourth World überreicht. Er ist dem Kampf gegen soziale Ausgrenzung und Armut in Europa gewidmet.

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Aux victimes de la faim
 
 
Am oberen Ende der Haupttreppe können Sie rechterhand zwei Kunstwerke entdecken. Widmen Sie sich zunächst dem "Auschwitz-Gedenkstein". Seit der Einweihung 2005 steht dieser Stein hier als Symbol für den Holocaust-Gedenktag des Europarates.

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Le Mémorial d'Auschwitz
Mémorial 40937_01
 
 
 
interpénétration
Geradeaus am Ende des Vorplatzes können Sie eine Bronzestatue bewundern. Der luxemburgische Künstler Lucien Wertwollier hat sie entworfen und 1977 dem Europarat überreicht. Die Skulptur "Interpenetration" drückt die Spannung eines sich immer neu ausrichtenden Gleichgewichts aus.

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Interpenetration
 
 
 
 
 
Auf der linken Rasenfläche steht das Werk "Menschenrechte" des Bildhauers Mariano González Beltrán. Es handelt sich um mehrere in einem Kreis verbundene weibliche und männliche Bronzefiguren. Das Werk war ein Geschenk Spaniens und symbolisiert eine Gesellschaft, die im Einklang mit den Menschenrechten lebt und stellt so die Arbeit des Europarates dar.

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Droits de l'homme
Droits de l'homme
 
 
 
Europe
In unmittelbarer Nähe können Sie eine weitere Skulptur bewundern. Die Skulptur „Europe“ aus elektrolysiertem Kupfer wurde von Rudolf Kedl geschaffen und 1985 von Österreich an den Europarat übergeben. Der österreichische Bildhauer beschrieb sein 2,44 Meter hohes Werk als „eine weibliche Silhouette, die aus den Flammen aufsteigt“.

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Europe
 
 
 
Zu Ihrer Rechten, gegenüber der anderen beiden Werke, befindet sich das "Vierblättrige Kleebatt". Dieses Geschenk Italiens von 1977 ist eine aus poliertem Chrom gefertigte und zwei Meter hohe Skulptur, die von dem Italiener Attilio Pierelli geschaffen wurde.

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Trèfle à quatre feuilles
trèfle à quatre feuilles
 
 
 
poséidon
Schließlich gilt es auch noch die Reproduktion der Bronzestatue des Poseidon zu bewundern, die 1998 von Griechenland an den Europarat übergeben wurde. Das Original der Statue des Meeresgottes Poseidon wurde 1928 bei der Insel Euböa in der Ägäis gefunden. Das Werk wird dem athenischen Bildhauer Calamis zugeordnet und auf das Jahr 450 vor Christus datiert. Das Original befindet sich heute im Archäologischen Nationalmuseum von Athen.

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Poséidon d'Artémision
 
 
 
Auf der Rückseite des Europapalastes befindet sich ebenfalls eine Reihe von Kunstwerken.
 
Zunächst werden Sie auf eine drei Meter hohe Statue aus aufgetürmten Steinen stoßen mit dem Namen "Inukshuk" ( "gleich einem Menschen" auf Inuktitut, Sprache der Inuit). Erschaffen von Percy Tutannuaq, zeugt dieses Geschenk Kanadas aus dem Jahre 1978 von dem alten Kampf der Menschen gegen seine feindliche Umwelt. (Kleiner Hinweis: Kanada hat seit 1996 einen Beobachterstatus beim Europarat inne, ist jedoch also kein Vollmitglied.)

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Inukshuk
Inukshuk
 
 
 
Setzen Sie Ihren Rundgang fort, indem Sie rechts am Gebäude entlang gehen bis hin zur Rasenfläche vor der Kantine des Europarates. Dort befinden sich zwei weitere Kunstwerke.
 
Gymnaste
Als erstes wird Ihnen eine majestätische Bronzestatue von 2,79 Metern Höhe ins Auge fallen. Sie stammt vom kroatischen Künstler Vasko Lipovac und war ein Geschenk Kroatiens im Oktober 2006, das anlässlich des 10. Jahrestages der Mitgliedschaft Kroatiens überreicht wurde. Das Werk "Turner" stellt die Virtuosität eines Turners dar, der wiederum das Bestreben der Menschheit Ketten zu durchbrechen und frei zu sein wiederspiegelt.

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Gymnaste
 
 
Daneben können Sie die Bronzestatue "Hymne ans Leben" vom Italiener Sauro Cavllini bewundern. Dieses Werk stellt Menschen dar, die unterschiedlich sind und trotzdem geeint miteinander tanzen. Auf dem Podest ist die Widmung des Künstlers eingraviert: " Lass Liebe der Reichtum der Welt sein".

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L'Hymne à la vie
Hymne à la vie
 
 
 

Auf dem Vorplatz des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte

 
Nächste Etappe: Quai Ernest Bevin, vor dem Gebäude, das den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte beherbergt. Dieses Gebäude wurde 1995 eingeweiht und vom britischen Architekten Richard Rogers entworfen.
 
 
Mur de Berlin
Auf der an den Haupteingang grenzenden Rasenfläche können Sie zu Ihrer Linken ein vierteilige Platte (3,60x4m) sehen. Diese Überreste der Berliner Mauer wurden 1989 von Deutschland überreicht. Die vier Teile wurden aufgrund ihrer Symbolträchtigkeit ausgesucht. Wenn Sie genau hinschauen, können Sie unter dem französischen Satz das Wort "Freiheit" erahnen.

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Mur de Berlin
 
Treten Sie nun näher an die "Versteinerten Sieben" auf der anderen Seite, rechts vom Haupteingang, heran. Dieses Geschenk der Schweiz bestehend aus mehreren Statuen wurde 1995 von Carl Bucher geschaffen. Es symbolisiert die traumatischen Erlebnisse von physischer und psychischer Gewalt. Gleichzeitig steht dieses Werk für die Werte, die der Europarat vertritt: Pluralistische Demokratie, den Rechtsstaat und die Menschenrechte.

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Les sept pétrifiés
7pétrifiés
 
 
 

Rund um das Europäische Parlament

 
Nächste Station auf Ihrer Entdeckungstour: Das Gebäude Louise Weiss des Europäischen Parlaments. Das von der französischen Architektengruppe "Architecture Studio Europe" konzipierte und 1999 eingeweihte Gebäude trägt den Namen von Louise Weiss in Erinnerung an die französische Politikerin und Schriftstellerin, die sowohl für die europäische Idee als auch für die Rechte der Frauen kämpfte.
 
 
Parvis Parlement européen
Wenn Sie am Gebäude Louise Weiss des Europäischen Parlaments ankommen, können sie zunächst eine Skulptur der französischen Künstlerin Ludmila Tcherina mit dem Namen "Europa im Herzen" bewundern. Sie sehen zwei sich umschlingende menschliche Körper, die mit den Beinen ein Herz bilden. Dies symbolisiert die Stadt als Zeichen der Versöhnung und des Herzens Europas. Diese Statue wurde von der europäischen Gemeinschaft bewusst ausgesucht, um das geeinte Europa darzustellen. 1994 wurde das Werk zunächst vor dem alten Gebäude des Europäischen Parlaments aufgestellt. Am 13. Dezember 2000 dann, weihte die damalige Präsidentin des Europäischen Parlaments, Nicole Fontaine, die Statue an ihrem heutigen Standort auf dem Vorplatz des Gebäudes Louise Weiss ein.

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L'Europe à coeur
 
 
Terre unieÜberqueren Sie nun den Vorplatz und betreten Sie den Innenhof des Gebäudes. In der Mitte fällt eine Kugel aus Glas ins Auge, dessen Name "United Earth" ist. Dieses Kunstwerk wurde von den polnischen Künstlern Beata und Tomasz Urbanowicz entworfen. Die Stadt Breslau überreichte dieses Geschenk dann dem Europäischen Parlament am 11. Mai 2005.

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Terre Unie
 
 
Wenn Sie sich zum gegenüberliegenden Ufer der Ill begeben, zur Avenue Robert Schuman neben den alten Gebäuden de Europäischen Parlaments, so können Sie auch dort noch einige Kunstwerke entdecken.
 
 
Die Skulptur "Die Entführung Europas" ist ein Geschenk Kretas an das Europäische Parlament aus dem Jahr 2005. Laut der griechischen Mythologie wurde die phönizische Prinzessin Europa, Tochter des Königs Agenor von Tyr (heutiger Libanon), von Zeus in Gestalt eines Stieres nach Kreta gebracht. Dieses Werk stammt von den griechischen Brüdern Nikos und Pantelis Sotiriadis. Es wiegt fast 6 Tonnen und besteht aus drei verschiedenen Materialien: Stahl (Stier), Bronze (junge Prinzessin) und Glas (hinterer Teil des Stieres).

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L'enlevement d'Europe
 
 
Enlèvement d'EuropeSie können ebenfalls die Skulptur "Winde Europas" bewundern. Das von Gianni Visentin entworfene Werk war ein Geschenk Italiens 1995. Es handelt sich um eine Hymne an das Leben. Der frische Wind zeigt uns einen neuen Weg um den Materialismus und die Trennlinien auf dem alten Kontinent Europa zu überwinden. Zu erkennen ist eine nackte Familie als Symbol der Freiheit angesichts der moralischen und sozialen sowie der Umweltverschmutzung. Als Symbol des Triumphes von Werten wie Solidarität und Einheit wird ein Kind hoch über diese todbringende Szenerie gehalten.

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Vent d'Europe
 
 
An der gleichen Avenue, vor dem Eingang des Gebäudes Winston Churchill, befindet sich eine Skulptur aus Basalt vom italienischen Künstler Renzo Fioco (genannt Fioco Marco). Sie stammt aus dem Jahre 2000 und heißt "europa unita". Auf dem Sockel befindet sich ein Globus, auf dem eine Karte Europas und eine Faust, die von Ketten gefesselt werden, eingraviert sind. Auf dem Sockel steht geschrieben "Europa unita" und "Opera di Renzo Fioco de Bagnoregio A.D. 2000".
 
 
Ein weiteres Geschenk Italiens aus dem Jahre 2003 anlässlich der Ratspräsidenschaft Italiens hat seinen Platz bei den alten Gebäuden des Europäischen Parlaments gefunden. Es handelt sich um die 4 Meter hohe Skulptur "Doppia Bifrontale" des Künstlers Pietro Consagra. Auf der Seite des Pressezentrums in der "Allée Spach" erinnert dieses Werk an die Oper gleichen Namens und vom gleichen Künstler, die am 2. Juli 2003 im Europäischen Parlament uraufgeführt wurde.
 
Fotos: Europarat, Europäisches Parlament

Für mehr Informationen rund um die Kunstsammlung des Europarates (auf Französisch und Englisch).

 
 
 
 

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Europäische Agenda


    • 26 Juni 2017

      Internationaler Tag zur Unterstützung der Folteropfer

    • Der internationale Tag zur Unterstützung der Folteropfer ist ein Gedenktag, der am 26. Juni 2016 begangen wird. Im Jahr 1997 wurde er durch die Hauptversammlung der Vereinten Nationen (UN) beschlossen. Er wird auch Tag zur Unterstützung der Opfer der Folter genannt und erinnert an die UN-Antifolterkonvention. Diese trat am 26. Juni 1987 nach Ratifizierung durch 20 Mitgliedsstaaten in Kraft.