Berichte des Club Europe

 
Konferenzen, Kolloquien, Lesungen - die Mitglieder des Club Europe berichten davon.
 

Bericht der Konferenz „Territoriale Intelligenz: Die grenzübergreifende Zusammenarbeit“

 
Effacer la frontièreAm 30. Januar 2009 organisierte der APR, Association de prospective rhénane (Verband für rheinische Zukunftsforschung), zum Thema „Territoriale Intelligenz: Die grenzübergreifende Zusammenarbeit“ ein Treffen mit Gérard Traband anlässlich seines Werkes „Die Grenzen auslöschen?“ (Ausgabe La Nuée Bleue, Straßburg, 2008).

Geograf und Regionalrat Gérard Traband zeigt die Öffnung der Grenze zwischen dem Nordelsass und Deutschland an Hand von einigen Ereignissen: die Saarländer im Elsass (Referendum von 1955), die Investitionen im Nordelsass (Das Karlsruher Siemenswerk baut eine Zweigstelle in Hagenau, 1957), die Abwertung des Franc (essenziell, um bis 20 % günstigere Preise, 1958), elsässische Arbeitskräfte für den Berliner Mauerbau (1961).

Die Wirtschaftslage entwickelt sich neu: Das deutsche Wirtschaftswunder, die Verlagerung des Schwerpunktes in Richtung Südosten der BRD und eine neue Unternehmensorganisation (Kündigung oder billigere Arbeitskräfte). Die kulturell unterschiedlichen Dar- und Vorstellungen fallen auch ins Gewicht, besonders der Arbeiter ist in Deutschland besser angesehen.

Das grenzübergreifende Gebiet ist somit durch Pendlerströme und neue Akteure geprägt: Die Rolle des französischen Marktes und später des europäischen Binnenmarktes für die Erschließung weiterer Märkte, die Angestellten seit 1959 und das Arbeitskräftepotenzial, die Verbraucher 1970 und der Einzugsbereich, die Bewohner 1990 und die periphere Lage, die Investoren 1995. „Wir schaffen die Grenze ab, wir überwinden sie“.

Eine grenzüberschreitende Dynamik setzt ein. Diese Pendlerströme führen zu neuen Bedürfnissen, die den geistigen Raum in Frage stellen. Dennoch bleibt eine Asymmetrie zwischen einer zentralistischen, landesweiten Herangehensweise Frankreichs und einer regionalen Herangehensweise der deutschen Bundesländer und Schweizer Kantone. Der Staat, die Region und die EU sind die grenzüberschreitenden Akteure im Elsass: die deutsch-französisch-schweizerische Oberrheinkonferenz in Karlsruhe 1996 (mehr Entscheidungsbefugnisse für die Kollektive) und der Oberrheinrat 1998 sind ein Vorgeschmack auf das geeinte Europa. Ein Widerspruch bleibt dennoch bestehen: Die Sprache des Nachbarn wird immer weniger gesprochen, der Unterschied zwischen den Elsässern und den Deutschen wird bestätigt, der Graben verbreitert sich - „Die deutsche Invasion und der Rückzug des Staates aus der Region“.

Die Diskussion anlässlich der Debatte brachte weitere Punkte mit sich, wie das deutsch-französische Steuerabkommen von 1958 (Ph Mattoug), der Komplex und die Abschottung der wirtschaftlich schwachen Region Nordried (H Nonn) und die gemeinschaftliche Verwaltung durch die Region der 300 Projekte bis 2013 (P Meyer). Der französische Staat will eine „Großregion Osten“ schaffen, in der das Elsass in der Peripherie liegen würde. Ist das Projekt Eurodistrict die Aufspaltung der gemeinsamen Interessen, die auf einer täglichen Verwaltung gründen? Dies stellt eine Herausforderung zwischen der Region und der Metropole dar: Das Grenzgebiet zu einer eher französisch eingestellten oder einer gegenüber Europa aufgeschlossenen Region entwickeln?



Nacéra Aggoun, Mitglied des Club Europe
 

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    • 26 Juni 2017

      Internationaler Tag zur Unterstützung der Folteropfer

    • Der internationale Tag zur Unterstützung der Folteropfer ist ein Gedenktag, der am 26. Juni 2016 begangen wird. Im Jahr 1997 wurde er durch die Hauptversammlung der Vereinten Nationen (UN) beschlossen. Er wird auch Tag zur Unterstützung der Opfer der Folter genannt und erinnert an die UN-Antifolterkonvention. Diese trat am 26. Juni 1987 nach Ratifizierung durch 20 Mitgliedsstaaten in Kraft.