Belgique Belgien

 
Carte Belgique
 
  • Beitritt zur EWG: 1957 (Gründungsmitglied)
  • Beitritt zum Europarat: 1949
  • Fläche: 30 515 km2
  • Bevölkerung: 11,2 Millionen Einwohner (2014)
  • Hauptstadt: Brüssel (1,1 Millionen Einwohner)
  • Amtssprachen: Niederländisch, Französisch, Deutsch
  • Vorherrschende Glaubensrichtung: Katholizismus
  • Staatsform: Konstitutionelle Monarchie
  • Staatsoberhaupt: König Albert II (seit 1993) - Prinz Philip von 20. Juli 2013
  • Regierungschef: Charles Michel seit dem 11. Oktober 2014.
  • Währung: Euro
  • Telefonvorwahl: + 32
  • Nationalfeiertag: 21. Juli
  • Liste der belgischen Abgeordneten im Europäischen Parlament
 

Geschichte

 
Grand Place Bruxelles
Grand Place, Brüssel
©TBFB
 
Über Jahrhunderte hinweg -seit der Invasion der Franken im 5. Jahrhundert bis zur Einsetzung der Herzöge von Burgund im 14. Jahrhundert- ist Belgien Schauplatz zahlreicher Konflikte gewesen. Nach mehreren Teilungen und verschiedenen Fremdherrschaften erlangte Belgien erst mit der Unabhängigkeitserklärung von 1830 seine eigene Identität.
 
  • 1831 Leopold I. von Sachsen-Coburg wird der erste Herrscher Belgiens.
  • 1865-1909 Die Herrschaft von Leopold II. ist geprägt durch die Kolonialeroberungen in Afrika.
  • 1914 Trotz seiner Neutralität wird Belgien von Deutschland besetzt.
  • 1925 Verträge von Locarno: Die Grenzen zwischen Belgien und Deutschland werden garantiert.
  • 1940-1945 Neuerliche Besetzung des Staatsgebiets durch deutsche Truppen.
  • 1944 Unterzeichnung der Zollunion mit Luxemburg und den Niederlanden.
  • 1949 Belgien tritt der NATO bei.
  • 1949 Belgien tritt am 5. Mai dem Europarat bei.
  • 1951 Leopold III., wegen seiner raschen Kapitulation vor den Deutschen stark in der Kritik, dankt zugunsten seines Sohnes Baudouin I. ab.
  • 1957 Belgien ist Gründungsmitglied der EWG.
  • 1977 Belgien wird durch den Egmont-Pakt in drei relativ unabhängige Regionen aufgeteilt.
  • 1993 Mit der neuen Verfassung wird ein Bundesstaat aus drei Regionen (Flandern, Wallonien und Brüssel) gegründet.
  • 1993 Nach dem Tod von Baudouin I. folgt sein Bruder Albert ihm auf den Thron nach.
 
  • 1999 Guy Verhofstadt, der Vorsitzende der Partei der Flämischen Liberalen und Demokraten (VLD), wird zum Premierminister gewählt und kann dieses Amt auch in den Parlamentswahlen von 2003 verteidigen.
  • 2007 Guy Verhofstadt tritt im Juni nach den Parlamentswahlen zurück. Die flämischen und wallonischen Parteien verhandeln daraufhin während mehrerer Monate über die Bildung einer neuen Koalitionsregierung.
  • 2008 Am 20. März wird Yves Leterme Premierminister Belgiens und setzt eine Regierung ein, die auf einer großen Koalition basiert. Am 30. Dezember wird Herman van Rompuy zum Premierminister ernannt.
  • 2010 Ende April, Rücktritt der Regierung Leterme, Yves Leterme ist seither geschäftsführender Regierungschef. Bei den in Juni vorgezogene Neuwahlen gewinnen in Flandern die flämischen Nationalisten unter Bart de Wever (N-VA, 28%) und in der Wallonie die Sozialisten (PS, 35%) unter Elio di Rupo. Die Vorverhandlungen zur Regierungsbildung durch Elio di Rupo werden letztendlich Anfang September für gescheitert erklärt. König Albert II ernennt am 21. Oktober Johan Vande Lanotte zum neuen Vermittler in der belgischen Staatskrise.
 

Brüssel

Atomium, Bruxelles
Atomium, Brüssel
©TBFB
Die mehr als tausend Jahre alte Stadt Brüssel liegt an der Weggabelung der großen Verkehrsachsen in Westeuropa. Mit ihren 1,1 Mio. Einwohnern und dank der Vielzahl der hier angesiedelten Handels- und Dienstleistungsbetriebe konzentriert Brüssel mehr als 20 % der belgischen Erwerbsbevölkerung. Als Hauptstadt Belgiens übt Brüssel eine große Anziehungskraft auf die großen Wirtschafts- und Finanzinstitutionen, Verwaltungsorgane und weitere private, öffentliche und internationale Institutionen aus. So ist Brüssel auch der Sitz von zahlreichen Institutionen und Organen der Europäischen Union wie der Europäischen Kommission, des Rats der Union, des Ausschusses der Regionen und des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses. Außerdem befindet sich hier ebenfalls der Sitz des NATO-Generalsekretariats. Brüssel ist zudem eine Stadt der Kunst und der Kultur und quillt vor Kunstschätzen geradezu über: Der herrliche Grand-Place, die Königlichen Galerien Saint-Hubert, das Wahrzeichen Manneken Pis und auch das wunderliche Atomium sind hierfür Beispiele und machen aus Brüssel eine Stadt vielfältiger Kontraste. Vom Flohmarkt auf dem Place du Jeu de Balle über den erstaunlichen Chinesischen Pavillon und den Japanischen Turm bis hin zum Justizpalast vereint Brüssel aufs Trefflichste die vielfältigsten Stilelemente, und eine Besichtigung birgt stets einige Überraschungen.
 

Comics

 
Centre belge de la bande dessinée
Belgisches Comicmuseum
©TBFB
 
Alles begann im Jahr 1929, als Georges Rémi (Hergé) die ersten Umrisse von „Tim“, einem kleinen Reporter, der auf dem ganzen Planeten herumkommen und sogar der erste Mensch auf dem Mond werden sollte (!), aufs Papier kritzelte. Im Jahr 1938 gab der belgische Verleger Dupuis erstmals den wöchentlich erscheinenden Comic „Spirou und Fantasio“ heraus. Dies bildete eine weitere bedeutende Etappe in der Comic-Geschichte, da diese Zeitschrift rasch zu einer richtiggehenden Schule für belgische Comic-Zeichner wurde. Wegen seines enormen Erfolges fand es bald Nachahmer: Franquin mit seinem „Gaston“, Peyo mit „Die Schlümpfe“, Morris mit „Lucky Luke“. 1946 wurde das „Journal de Tintin“ (Tim und Struppi) von Raymond Leblanc gegründet. An ihm arbeiteten Autoren wie Edgar P. Jacobs, der Schöpfer von „Blake und Mortimer“, Jacques Martin von „Alix”, Greg von „Achille Talon” (Achilles Ferse), Tibet und André-Paul Duchâteau von „Rick Master“ und auch Jean Roba von „Boule und Bill” mit. Belgische Comics sind auch heute noch so spannend und vielfältig wie eh und je. Unter den talentierten Zeichnern und Autoren sind Jean Van Hamme und Philippe Francq mit „Largo Winch“, Tome und Janry mit „Der kleine Spirou“, Yves Swolfs mit „Durango” und Philippe Geluck mit seinem unbeschreiblich komischen „Ich, Sokrates“ besonders hervorzuheben. Brüssel ist die unumstrittene Hauptstadt des Comics. Durch sein Comic-Zentrum (Centre Belge de la Bande Dessinée) und mit seinen überall zu findenden Wandzeichnungen wird dies noch einmal bestätigt.
 

Belgische Pralinen

 
Praline belge
Die berühmten belgischen Pralinen
©Neuhaus chocolat
 
Gegen 1850 verlässt Jean Neuhaus seine Heimat Neuchâtel, um sich in Brüssel niederzulassen und mit seinem Schwager, einem Apotheker, eine „Pharmazeutische Confi serie“ im Geschäft mit der Nr. 23 der „Galerie de la Reine“ zu gründen. Neuhaus setzt bei der Fertigung seiner Produkte bereits in großem Maße auf Schokolade als Zutat. Als er seinen Bekanntheitsgrad steigen sieht, gründet der begeisterte Chocolatier 1895 mit seinem Sohn Frédéric die Gesellschaft „Confiserie et Chocolaterie Neuhaus-Perrin”. Nach dem Tod von Frédéric übernimmt dessen Enkel, der ebenfalls den Vornamen Jean trägt, die Confi serie und schafft es 1912 – dank einer von ihm selbst erfundenen Technik – endlich, die erste mit Schokolade gefüllte „Praline” auf den Markt zu bringen. Im Jahr 1915 entwickelt er mit seiner Frau Louise Agostini eine weitere Neuheit: die Pralinenschachtel (die berühmte „Ballotin” mit Aussparungen für die Pralinen), welche die Verpackung der Pralinen revolutionierte, weil sich dadurch die Spitztüten, in denen das Naschwerk häufig zerdrückt wurde, vorteilhaft vermeiden ließen. Auch heute kommt man bei Spaziergängen durch Brüssel nicht umhin, die Schaufenster der berühmten Chocolatiers wie Neuhaus, Godiva, Léonidas, Côte d’Or, Galler und Marcolini zu bewundern, die alle auf ihre Weise Anteil an der Geschichte der Schokolade hatten.
 

Schon gewusst ...?

 
Europäische Union
vanrompuy
Seit 1. Dezember 2009 ist der ehemalige belgische Premierminister Herman Van Rompuy Präsident des Europäischen Rates.
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Van Rompuy
© Europäischer Rat
 
 
Diamanten
Les diamants
Diamanten
©TBFB
 
Dem Diamanten, diesem wunderbaren Edelstein, kommt in Belgien eine beträchtliche Bedeutung zu, denn 90% aller Rohdiamanten der Welt werden im belgischen Antwerpen gehandelt.
 
Belgisches Bier
Bières belge
Belgisches Bier
©TBFB
 
In Belgien werden mehr als 500 verschiedene Biere gebraut: Weißbiere, untergärige Biere, obergärige Biere, Braunbiere, Fruchtbiere, Leichtbiere, Starkbiere, Bitterbiere... und jährlich mehr als 10 Mio. Hektoliter abgesetzt.
 
Drei Sprachgemeinschaften
„In Vielfalt geeint“ – dieses europäische Motto könnte ebenso für Belgien mit seinen drei Sprachgemeinschaften (einer französischen, einer niederländischen und einer deutschen Sprachgruppe) gelten.
 
 
 
 
Siehe auch
 
 

Foto des Monats

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Europäische Agenda


    • 26 Juni 2017

      Internationaler Tag zur Unterstützung der Folteropfer

    • Der internationale Tag zur Unterstützung der Folteropfer ist ein Gedenktag, der am 26. Juni 2016 begangen wird. Im Jahr 1997 wurde er durch die Hauptversammlung der Vereinten Nationen (UN) beschlossen. Er wird auch Tag zur Unterstützung der Opfer der Folter genannt und erinnert an die UN-Antifolterkonvention. Diese trat am 26. Juni 1987 nach Ratifizierung durch 20 Mitgliedsstaaten in Kraft.