drapeau Azer Aserbaidschan

 
 
carte Azerbaidjan
© Europäische Kommission
 
• Beitritt zum Europarat: 2001
• Fläche : 86.600km2
• Bevölkerung : 9,48 Millionen Einwohner (2014)
• Hauptstadt: Baku
• Amtssprache: Aserbaidschanisch
• Religion : Islam und Orthodox
• Staatsform : Republik
• Staatschef : Ilham ALIYEV am 9. Oktober 2013 wiedergewählt
• Regierungschef : Artur RASIZADE (2003)
• Währung : Manat (AZM)
• Telefonvorwahl : +994
• Nationalfeiertag : 28. Mai
 
 

Geschichte

 

marché bakouVom Königreich von Urartu, zu welchem es gehörte, bis zu seiner Unabhängigkeit im Jahre 1991 war Aserbaidschan Objekt zahlreicher Übernahmen, Eroberungen und Invasionen – vom Großreich der Medes (8. Jh. v. Chr.), das Perserreich der Achemeniden (6. Jh. v. Chr.), über die Araber, die die Bevölkerung zum Islam konvertierten (7. Jh.), die Türken (9. Jh.), die Mongolen (13. Jh.) und schließlich die Russen am Anfang des 19. Jahrhunderts. Seitdem vermischt sich seine Geschichte mit der der UdSSR. Der Zusammenbruch des kommunistischen Blocks ließ Aserbaidschan am 30. August 1991 seine Unabhängigkeit verkünden.

Foto: Früchtemarkt, Baku
© Intercaspian.com

 
  • 1918-1920 Aserbaidschan erklärt sich zur unabhängigen, demokratischen Republik.
  • 1920 Das Land wird von der roten Armee besetzt und 1936 in die sozialistische Sowjetrepublik Aserbaidschan verwandelt.
  • 1991 Aserbaidschan ruft nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Blocks seine Unabhängigkeit aus.
  • 1992 Aboulfaz Eltchibeï, Chef der Volksfront Azeri, wird zum Präsident der Republik gewählt.
  • 1993 Entmachtung A.Eltchibeïs und Wahl des ehemaligen sowjetischen Politikers Heydar Aliyev, der bis 2003 Präsident ist.
  • 1993 Anfang des Krieges von Berg-Karabach, der die Besetzung des Westteils Aserbaidschans durch die Armenier beendet.
  • 1994 Inkrafttreten des Waffenstillstands
  • 1995 Neue Verfassung, die per Referendum angenommen wird
  • 1997 Aserbaidschan kommt auf den Weltölmarkt zurück.
  • 1998 Der Gipfel der Seidenstraße wird im September das erste Mal in Baku abgehalten und versammelt mehr als 32 Länder.
 
  • 1999 Inkrafttreten der Partnerschafts- und Zusammenarbeitsabkommen mit der EU
  • 2000 Parlamentswahlen. Die Opposition gegen den Präsidenten Aliyev prangert massiven Betrug an, der von internationalen Wahlbeobachtern bestätigt wird.
  • 2001 Aserbaidschan wird Mitglied des Europarates. Im April nimmt der Präsident Aliyev, auf Einladung des amerikanischen Staatssekretärs, an Friendensverhandlungen zwischen Armenien und Aserbaidschan in Key West, Florida, teil.
  • 2002 Ratifikation der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK)
  • 2003 Der Sohn H. Aliyevs, Ilhan Aliyev, wird Präsident.
  • 2004 Teilnahme an der europäischen Nachbarschaftspolitik
  • 2008 I. Aliyev wird als Präsident wiedergewählt. Die OSZE bewertet diese Wahl als nicht-demokratisch.
  • 2009 Konstitutionelles Referendum, welches die Begrenzung der Präsidentschaftsmandate aufhebt.
 
 

Baku

 

BakouDie Haupstadt Baku, ein kaspischer Hafen, befindet sich auf der Halbinsel von Abşeron. Das historische Zentrum ist reich an Jahrtausende alter Kulturgeschichte mit Spuren zoroastrischer, sassanidischer, arabischer, persischer, schirwanischer, osmanischer und russischer Anwesenheit – Geschichte, deren Wichtigkeit übrigens von der UNESCO anerkannt wurde, mit nicht weniger als drei Denkmälern, die als Erbe der Menschheit anerkannt sind: Die alte Festungsstadt, der Jungfrauenturm und der Palast der Schirwanschahs. Baku ist somit der erste Ort in Aserbaidschan, der zum Welterbe gehört. Die Stadt konnte ihre kulturellen und architektonischen Juwelen vor allem dank der Gewinne aus der Ölproduktion, die heute am abnehmen ist, bewahren. Die Ölproduktion hat es Baku im Laufe des 20. Jahrhunderts erlaubt erhebliche Reichtümer zu schaffen.


Foto: Stadtzentrum von Baku
© wikimediacommons
 
 

Die Seidenstraße

 
SoieAls wichtiger Punkt auf der Seidenstraße war Aserbaidschan geradezu Durchgangsroute Eurasiens und oft aufgesuchter Knotenpunkt, wie dies die zahlreichen im Norden des Landes verstreuten Karawansereien bezeugen. Die Seidenstraße, welche in den chinesischen Hauptstädten beginnt, gab der westlichen Welt die Möglichkeit eine Vielzahl an chinesischen Produkten zu entdecken und trug wesentlich zur Bereicherung des Landes bei. Besonders die Keramikkunst, noch mehr aber die Kunst des Teppichwebens, hinterließen ihre Spuren und führten dazu, dass sich im Lauf der Zeit einzigartige Kenntnisse entwickeln konnten. Während der sowietischen Epoche abgelehnt, knüpfen die Künstler heute wieder an diese Volkskunst an.
 
 

Der Jungfrauenturm

 
Tour MaidenMit dem Bau begonnen im 7. Jahrhundert, dann im 12. Jahrhundert fertig gestellt, ist der Jungfrauenturm einer der symbolhaftesten Denkmäler des historischen Zentrums der Stadt Baku. So genannt aufgrund seiner offensichtlichen Unverletzbarkeit, wurde seiner Entstehung eine Legende gewidmet. Man erzählt, dass ein ansässiger Adliger sich dazu entschlossen hätte seine eigene Tochter zu heiraten, in die er verliebt war. Letztere war hin und her gerissen zwischen der Abscheu vor dem Inzest und dem Ungehorsam ihres Vaters gegenüber, sodass sie von ihm zuvor verlangte ihr einen Turm zu bauen, damit sie sich der Größe seines Besitzes vergewissern könne. Der Vater akzeptierte diese Forderung und ließ ihr diesen Turm bauen, aus welchem sich die junge Tochter stürzte um ihrem Schicksal zu entkommen.
Der Turm ist ein 29,5 Meter hoher und 16,5 Meter breiter Zylinder mit 8 Stockwerken und bietet einen einzigartigen Ausblick auf das Kaspische Meer. Es wird angenommen, dass der untere Teil als Sternwarte oder als Feuertempel gedient hat. Als Relikt der aserbaidschanischen Kultur ist der Turm seit 2000 Teil des Welterbes der UNESCO.

Quelle der Legende: http://azerbaidjanpointfr.blogspot.com/2010/10/la-tour-de-la-vierge.html

Foto: Jungfrauenturm
© wikimediacommons
 
 

Schon gewusst ...?

 
 
  • Garry Kasparov

Garry Kasparov

Garry Kimovitch Kasparov, geboren am 13. April 1963 in Baku (Ex-Sowjetrepublik Aserbaidschan), war bis 2005 ein Schachspieler, Weltmeister 1985 und 2000 Gewinner vieler Turniere und wird von vielen für den besten Spieler aller Zeiten gehalten. Er hat die höchste Klassifizierung, die jemals erreicht wurde, erhalten und ist der erste Spieler, der jemals die 2800 Punkte überschritten hat. Er wurde „der Wüterich von Baku“ und „das Monster mit den alles sehenden Hundert Augen“ genannt.

Foto: Garry Kasparov

© Chess-Theory.com



Textquellen:
Kultur- und Tourismusministerium Aserbaidschan: http://www.mct.gov.az/?/en
Unesco: http://whc.unesco.org/fr/list/958
 
 
 
 
Siehe auch